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Ein Baby mit zwei Köpfen


In China wurde letzte Woche ein zweiköpfiges Mädchen geboren. Diese Anomalie war erst wenige Tage vor der Lieferung entdeckt worden. Ein seltenes Phänomen, das in Frankreich nicht vorkommen kann, wie Professor Yann Révillon, Leiter der Abteilung für Kinder-Viszeralchirurgie am Necker-Kinderkrankenhaus in Paris, erklärte. (News vom 17.05.11)

Könnte ein Kind mit zwei Köpfen in Frankreich geboren werden?

  • Pr Révillon: Diese Anomalie im Zusammenhang mit einem Fall von siamesischen Kindern ist äußerst seltenmit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 1 in 50 000 Geburten und 1 in 100 000. Ein solches Phänomen könnte in Frankreich nicht auftreten, wo die medizinische Überwachung während der Schwangerschaft und das vorgeburtliche Screening mit mindestens drei Ultraschalluntersuchungen äußerst präzise sind. Eine solche Fehlbildung, ein Körper mit zwei Cephalic-Polen, ist als Nase in der Mitte der Figur sichtbar und sehr schnell erkennbar. Bei Bedarf würde ein medizinischer Schwangerschaftsabbruch (GMI) durchgeführt.

Sie haben mehrere Trennungen von siamesischen Kindern geübt. Kann man sich im vorliegenden Fall eine Intervention vorstellen?

  • Pr Révillon: Soweit ich weiß, ist es absolut nicht funktionsfähig. Die Trennung erfordert sehr spezifische Parameter. Im Jahr 2009 waren die madagassischen Siamesen, die ich am Necker operierte, durch die Haut des Bauches und durch die Leber verbunden, was es mir ermöglichte, die Trennung durchzuführen und zu bewerkstelligen. Bei diesem kleinen Chinesen kann man sich nicht einmal vorstellen, einen der Köpfe zu schneiden, weil es leider zu viele Missbildungen gibt.

Dieses Kind ist dazu verurteilt, mit zwei Köpfen zu leben?

  • Pr Révillon: Chinesische Ärzteteams angekündigt dass sie nichts tun würden, um dieses Kind am Leben zu erhalten, dessen lebenswichtige Prognose gefährdet wäre. Das Beste, was wir uns wünschen können, ist, dass es nicht überlebt.

Interview von Frédérique Odasso